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Evangelische Kirchengemeinde Vierthäler
Evangelische Kirchengemeinde Vierthäler

Informationen

SWR RP

In der Reihe „Himmel auf Erden“

St. Peter Bacharach, 27.1.2019, 18:45-19:45

(45 Minuten-Version folgt an einem anderen Sendetermin)

 

Ende des zwölften Jahrhunderts herrschte eine sakrale Bauwut am Mittelrhein. Überall entstanden prächtige Kirchenbauten. Nicht nur als Ausdruck des tiefen Glaubens, der die Menschen des Mittelalters prägte, sondern auch, um Macht zu demonstrieren in einem Gebiet unübersichtlicher Machtverhältnisse. Auch Sankt Peter in Bacharach stammt aus dieser Zeit, als das Städtchen noch die Handelsschifffahrt auf dem Mittelrhein kontrollierte und durch Zoll- und Stapelrecht zu erheblichen Wohlstand gelangte.
Was sagt die Kirche, die gemeinhin als bedeutende Vertreterin der Spätromanik gilt, den Menschen, die heute in und mit ihr leben? Zum Beispiel dem neuen Jugendleiter Maik Sommer? Er war einer der ersten "Jugendpfarrer" Deutschlands, hat in seiner vorigen Gemeinde in Cochem  Gottesdienst in Kinos und mit Rockgitarre abgehalten. Einer, der vor allem junge Menschen wieder für Kirche begeistern will. Doch Denkmalschutz ist so ziemlich das letzte, wofür Maik Sommer Geld ausgeben würde.
Malerisch liegt die Peterskirche im Bacharacher Ortskern und scheint wie vor 800 Jahren über ihren Ort und seine Menschen zu wachen wie eine gutmütige Glucke. Doch für die kleine evangelische "Vierthälergemeinde" ist sie längst ein Pflegefall. Denn neben Sankt Peter gehören zum Gemeindegebiet mit ihren nicht mal 2000 Menschen noch sechs weitere Kirchen, drei davon ebenso historisch bedeutend wie Sankt Peter und in teils bedenklich schlechtem baulichen Zustand.
Wäre da nicht die ehrenamtliche Baukirchmeisterin Silvia Seidler, die mit rund 20 Wochenstunden Schäden begutachtet, Handwerker koordiniert, Förderanträge schreibt, sich mit den anspruchsvollen Denkmalschutz-auflagen auseinandersetzt, - Sankt Peter wäre wohl dem Verfall preisgegeben. Der Haken ist nur: Silvia Seidler musste in ihrem Beruf wieder auf Vollzeit aufstocken. Damit fehlt ihr jetzt die Zeit für das anspruchsvolle Ehrenamt.

Aus Sicht von Wissenschaftlern der Uni Mainz entpuppt sich die Peterskirche zu einem sehr dankbaren Forschungsobjekt. Der Kunsthistoriker Hauke Horn, Experte für die repräsentative Architektur am Mittelrhein, entdeckt vor laufender Kamera wichtige Hinweise für die rätselhafte Vor- und Entstehungsgeschichte des Baus.

 

 

Sanierung der Umfassungsmauer an der Kirche St. Moritz, Oberdiebach

Die Arbeiten schreiten voran

In jahrelanger Arbeit haben wir das Geld zusammengetragen und die Maßnahmen geplant, konzeptioniert und die nötigen Genehmigungen für die Arbeiten eingeholt, die mit dem ersten Sanierungsabschnitt nun begonnen haben.

Was wird gemacht:

 

Nach der Einrüstung wird die gelockerte Mauerkrone abgetragen. Zum Teil musste erheblich mehr abgetragen werden, als geplant, da die Mauer von den ehemals angrenzenden Hecken tief durchwurzelt war. Teilweise müssen die Fugen neu ausgestemmt werden (was leider mit erheblicher Lärmbelästigung verbunden ist, sorry). Danach wird neu aufgemauert, dabei alle Beulen entfernt, neu verfugt und in den unteren Bereichen zur Festigung Injektionsmörtel eingespritzt („verpresst“). An kritischen Stellen müssen bis zu 8 m lange Anker eingesetzt werden, dazu werden zuerst die nötigen Löcher gebohrt.

Durch Schläuche wird Mörtel in die Mauer gespritzt, um sie Innen zu festigen, ohne sie ganz abtragen zu müssen. Der Mörtel füllt so auch vorhandene Hohlräume im Inneren des Mauerwerks.

 

Für die Bohrarbeiten für die Maueranker an der Ecke zur Kirchstraße hin muss im Mai die Straße zunächst zum Teil, dann auch komplett gesperrt werden.

 

Aufwändiger werden jedoch die Bohrarbeiten für die Maueranker und Verpressnadeln. Um für die erforderliche Tiefe jeweils ein gerades Loch bohren zu können, wird der Bohrer auf einer Lafette installiert. Diese Konstruktion braucht Platz. Um im Notfall Rettungsfahrzeugen nicht die Durchfahrt zu versperren, wurde sich mit der zuständigen Behörde darauf geeinigt, das Ganze auf einem Bagger zu befestigen. Hierfür wird in der Woche vor Pfingsten ein 12-Tonnen Bagger vor Ort aufgestellt. Die Durchfahrt wird dann nur noch für Feuerwehr und Rettungswagen frei gemacht, alle anderen Verkehrsteilnehmer können an dieser Stelle während der Arbeitszeiten nicht vorbei. Diese Arbeiten sollen in der Woche nach Pfingsten abgeschlossen werden. Wir hoffen, dass es keine Verzögerungen oder böse Überraschungen gibt und bitten alle betroffenen Anlieger um ihr Verständnis.

Das KiTa-Personal ist aufgefordert, die Buskinder am Bus (Marktplatz) abzuholen bzw. hinzubringen.

 

 

Sanierung der Kirchenmauer in Oberdiebach

 

26.09.2018  Zweieinhalb Jahre nach der Darstellung des Problems mit der zwischen einem und 12 Meter hohen Mauer rund um die Kirche St. Moritz in Oberdiebach ist der erste Teil der Sanierung abgeschlossen. Er allein war auf 213.000 Euro veranschlagt, musste wegen unmittelbarem Gefahrenpotenzials unbedingt in Angriff genommen werden. Silvia Seidler, in der evangelischen Kirchengemeinde Vierthäler ehrenamtlich zuständig für Bau- und Finanzangelegenheiten, gab bei einem Rund- gang Auskunft. Ein SWR-Fernsehteam hatte die Restauration kurzfristig in eine demnächst erscheinende Serie über bedeutende kirchliche Kulturdenkmäler im Südwesten Deutschlands aufgenommen.

 

Bei der Finanzierung waren außer dem Kirchenkreis Koblenz auch die Verbandsgemeinde, die Bürger des Ortes und vor allem die Bundesregierung mit im Boot. Dank derer konnte relativ schnell gehandelt werden, nachdem bemerkt wurde, dass große Steine bereits aus der Mauerkrone gebrochen und auf Nachbargrundstücke gefallen waren.

 

Nach dem Aufstellen des Gerüstes an der am schwersten beschädigten Südseite musste von der Krone ein Meter abgenommen werden, wurden die Fugen freigestellt und bis zu fünf Meter lange Ankerlöcher in die Mauerpfeiler gebohrt.

 

Es folgte das Verfüllen der Fugen mit Mörtel, zudem wurde Beton nach innen gepresst. Den Abschluss bildeten die Entwässerungsbohrungen. „Es war keine Schönheitsreparatur, hier war Gefahr in Verzug“, stellte Silvia Seidler die Dringlichkeit klar.

 

Ehe der Ostteil der Mauer , für den ebenfalls aktuell rund 200000 Euro veranschlagt werden, in Angriff genommen werden kann, stehen laut Seidler die notwendigen Sanierungen und Renovierungen von drei anderen Gotteshäuser n im Gebiet der Kirchengemeinde Vierthäler auf dem Plan, etwa die der Sankt Anna-Kirche in Steeg, deren Dach erneuert werden muss.

 

Ein Voranschlag beziffert die notwendigen Kosten auf rund 900.000 Euro. „Außerdem haben wir noch eine schimmlige Orgel“, ergänzte Pfarrer Timm Harder und wies auf die Finanzierungsnöte beim Erhalt der Kirchengüter und Kulturschätze hin.

 

Auf die Bedeutung des gemeinsamen Handelns und diejenige der ehrenamtlichen Helfer beim Erhalt solch einmaliger Kleinodien am Mittelrhein wies die Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich bei der Ortsbegehung hin.

 

Diese wird auch weiterhin notwendig sein. Harder und Seidler definierten die Einnahmen der Kirchengemeinde auf rund 240.000 Euro jährlich.

 

Unsere vier historischen Kirchen in Bacharach, Steeg, Manubach und Oberdiebach sind wunderbare Schätze“, so Harder, „Sie liegen uns aber leider auch mächtig auf der Tasche.“

 

Der erste Schritt ist in Oberdiebach gemacht. Dass die Fertigstellung der Mauer zu einer Punktlandung wurde, gab der 1125 Jahr-Feier von Oberdiebach am ersten Septemberwochenende den richtigen Rahmen, wertete das Ortsbild mächtig auf.

 

Seidler zeigte dabei auf die „eklatanten Unterschiede“: Auch wenn eine große Summe in ein unscheinbares Gewerk investiert worden sei, sei deutlich sichtbar , was mit dem Geld passierte. Aktuell sieht die Mauer aus wie neu. Seidler versprach aber, „dass sich das Bild noch harmonisiert.“

 

Bericht: Jochen Werner

 

 

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