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An(ge)dacht

„7 Wochen ohne“

 

Am 6. März beginnt die Fastenzeit in diesem Jahr. Für viele liegen spannende Wochen des Vorbereitens, Probens und Kostümierens hinter Ihnen. „Noch einmal richtig feiern“, bevor die Fastenzeit beginnt, so hat man früher argumentiert. Mittlerweile fasten nur noch wenige Menschen aus Pflichtbewusstsein oder Tradition. Vielmehr ist es eher so, dass Menschen sich wieder bewusst der Frage des „Verzichts“ öffnen.

 

In einer Zeit, in der wir mehr haben, als wir eigentlich brauchen (zumindest bei uns in Deutschland) hat der Verzicht schon fast etwas Positives: intensiver wahrnehmen, überhaupt mal wieder wahrnehmen, was wir haben. Und dabei geht es gar nicht Mal um das Verlieren von ein paar überflüssigen Pfunden, sondern vielmehr um die Erfahrung „Ich habe genug“, oder „Ich kann auch mal mit weniger auskommen.“

 

Darüber hinaus gibt es mittlerweile sehr unterschiedliche Formen des „Fastens“. Für mich als Kaffee-Liebhaber waren einmal 40 Tage ohne Kaffee eine Herausforderung. Aber habe ich diesen Verzicht als Annäherung an Gott erlebt? Wohl eher nicht.

 

Da hat mich ein anderes Fasten-Konzept vor einiger Zeit noch mehr angesprochen: „7 Wochen ohne“. Ich bin über ein Buch gestolpert, indem dazu eingeladen wurde in den sieben Fastenwochen auf Dinge zu verzichten, deren Fehlen dann zum Gewinn werden kann. Das hat mich fasziniert und diese Anregungen gebe ich gerne hier weiter. („Sieben Wochen für die Seele – Ein spiritueller Fastenbegleiter.“ Von Wolfgang Hohensee)

Mich hat an diesem Buch fasziniert, dass er herausarbeitet, dass Fasten VERZICHT bedeutet – aber genauso BEREICHERUNG. Von Heidegger wird zitiert: „Verzicht nimmt nicht – Verzicht gibt.“ Das ist für mich zum Schlüssel geworden, wie Fasten (7 Wochen ohne) zu verstehen ist:

In meinem bewussten, freiwilligen Verzicht auf etwas, erfahre ich gleichzeitig eine Bereicherung. So öffnen sich gerade durch den Verzicht auf bestimmte Gewohnheiten andere, neue Horizonte und Sichtweisen. Diese sieben Vorschläge möchte ich kurz weitergeben.

 

1.Woche: Verzicht auf übertriebene Geschäftigkeit – Gewinn: Zeit für Stille

 

Woche: Verzicht auf die Meinung anderer Leute – Gewinn: Erkenntnis über mich selbst

 

Verzicht: Genussmittel - Gewinn: Klarheit

 

Verzicht: Selbstanklage - Gewinn: Selbstvertrauen

 

Verzicht: Viele Worte - Gewinn: Neues Hören

 

Verzicht: Nahrung an einem Tag - Gewinn: Wohlbefinden

 

Verzicht: Lüge - Gewinn: Wahrhaftigkeit!

 

Viel Freude beim Ausprobieren. Das Buch ist heute noch erhältlich.

 

Text: Maik Sommer, Pfr. mbA

 

 

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