Evangelische Kirchengemeinde Vierthäler
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Wussten Sie ...

... dass der erste Kindergarten im Jahr 1840 gegründet wurde?

 

 

Zum 170. Todestag von Friedrich Fröbel

* 21. April 1782 in Oberweißbach/Thüringer Wald; † 21. Juni 1852 in Marienthal

Deutscher Pädagoge und Gründer des ersten Kindergartens 1840

 

 

 

 

 

Wie der Kindergarten zu seinem Namen kam

 

2015 wird die weltweite Erfolgsgeschichte „Kindergarten“ 175 Jahre alt. Das Wort selbst wurde in mehr als 40 Sprachen unverändert übernommen. Wie aber fand Fröbel zu diesem Begriff?

 

Man muss in seiner Kindheit zu suchen beginnen. Nach dem frühen Tod der Mutter – er war gerade 10 Monate alt – bekam Fröbel eine Stiefmutter, die nach der Geburt des ersten eigenen Kindes Friedrich ihre Liebe versagte und begann, ihn in der dritten Person mit „Er“ anzusprechen. Aus seinen Lebensbetrachtungen wissen wir, wie sehr er darunter litt.

 

Der Vater hatte kaum Zeit für seinen Sohn. Nur bei seiner Lieblingsbeschäftigung, der Gartenarbeit, durfte Friedrich ihm zur Hand gehen.

So waren die wenigen schöneren Momente seiner frühen Kindheit mit dem Erleben des Gartens verbunden...

In seinen Lehr- und Wanderjahren lernte er bei einem Forstmeister, träumte davon, Landwirt zu werden und studierte unter anderem Botanik.

Die Natur wurde für ihn zum Garten Gottes und zur „Tatoffenbarung“.

Nachdem 1817 Fröbels „Allgemeine Deutsche Erziehungsanstalt“ in Keilhau Fuß gefasst hatte, dienten Gärten dem wirtschaftlichen Unterhalt, wurden damit aber auch zum Ort des Lernens.

 

1826 taucht in Fröbels Hauptwerk, der Menschenerziehung, zum ersten Mal das Wort Kindergarten auf – allerdings in der Bedeutung eines von Kindern gepflegten Gartens.

 

Nur wenig später schreibt Fröbel jedoch in einem Brief, dass er im erziehenden Wirken gleichsam einen „Menschengarten“ erkenne. Da war in seinem Denken der „Garten“ auch zum Ort der Pflege und des Wachsens von Menschen geworden...

 

Vgl.: Helmut Heiland, Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF (Hrsg.): Gesamtausgabe der Briefe Friedrich Fröbels; F. an Hofrat und Leibarzt Dr. Hohnbaum in Hildburghausen v. 5.11.1827 (Keilhau)

 

Die Keilhauer Gärten waren ihm ans Herz gewachsen. Viele Briefe seiner „Schweizer Jahre“ (1831-1836) machen das deutlich. Nach seiner Rückkehr gründete er 1839 in Blankenburg die „Anstalt zur Pflege des Tätigkeitstriebes und des gesamten Lebens der Kindheit durch Spiel und Beschäftigung“.

 

Noch hieß die Anstalt nicht "Kindergarten".

 

Eine... Offenbarung nenne ich... den mir im Frühling 1840 auf einer Wanderung von Blankenburg nach Keilhau... gekommenen Namen Kindergarten; Garten = Paradies also Kindergarten = das den Kindern wieder zurück zu gebende...Paradies. Wenn ich... sagen soll wie ich zu demselben gekommen, so weiß ich es selbst nicht... der Name war wie in einem Nu aus der Seele da...

 

a.a.O.; F. an Luise Levin in Rendsburg v. 11.11./14.11.1848 (Dresden);

http://bbf.dipf.de/editionen/froebel/fb1848-11-11-01.html

 

Die Offenbarung ereilte ihn an einem Ort, der einen wunderbaren Blick über grünende und blühende Natur bietet, der aber auch ganz in der Nähe der von Fröbel so geliebten Keilhauer Gärten der Kinder am Kolm liegt...

 

So war in Jahrzehnten in und um Fröbel ein Wort „gewachsen“, das sich ihm in

diesem Moment in all seiner Klarheit und Bedeutung offenbart hatte...

 

Matthias Brodbeck

 

Quelle: https://froebelweb.de/index.php/froebels-schaffen/kindergartengruendung

Zitate

vErziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts.
vDie Quelle alles Guten liegt im Spiel.
vDies: denkend tätig sein, dies: denkend tätig machen, ist der Quellpunkt aller produktiven Erziehung.
vWir sehen Denken und Arbeiten, Arbeiten und Denken, Erkennen und Tun, Tun und Erkennen getrennt, ja sich feindlich gegenüberstehend, und so das Eine in Schwäche versinken, während sich das Andere mit Anmaßung erhebt.
vDer Mensch ist aber nicht allein auf der Welt, die ganze Außenwelt ist Gegenstand seines Erkennens und Mittel zu seiner Entwicklung und Ausbildung.
vSolange der Mensch sich auf andere verlässt, verlassen ihn die anderen alle.
vJe mehr inneres Sein, desto weniger äußeres Leben.
vSo soll Arbeit, Unterricht und Spiel ein ungestücktes Lebensganzes und Grund eines künftig ungeteilten, tatkräftigen, einsichtigen und freudigen Lebens werden.
vIch möchte zusammenbringen, was geteilt ist - Schule und Leben muss eins sein. Kommt, lasst uns mit unseren Kindern leben!
vDas kleinste Samenkorn trägt das große Ganze in sich und es entwickelt es im Zusammenhange mit dem großen Lebensganzen. So trage auch ich als Mensch die ganze Vergangenheit, die Fülle der Gegenwart und den Reichtum der Zukunft in mir.
vErziehung nimmt und beachtet jedes Wesen als eine Knospe an dem großen Lebensbaume.
vNur wo Körper- und Geistestätigkeit in geordneter lebendiger Wechselwirkung stehen, ist wahres Leben.
vDenn wohl ist die Schule das höchste, aber nur dann, wenn sie das Leben ist.
vJede Erziehung, soll sie Frucht bringen, muss sich auf Religion gründen.
vBei der Erziehung muss man etwas aus dem Menschen herausbringen und nicht in ihn hinein.
vKinder sind wie Blumen. Man muss sich zu ihnen nieder beugen, wenn man sie erkennen will.
 

 

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